31.05.2017

Es gibt sie: Die Alternativen zu Ungerechtigkeit und Rücksichtslosigkeit!

Kolping Diözesanfrauenwallfahrt: Prälat Peter Kossen appelliert zum Einsatz für osteuropäische Werkvertragsarbeiter


Etwa 420 Kolping-Frauen aus dem Bistum Münster kamen bei bestem Wetter auf dem Annaberg zur Frauenwallfahrt des Kolpingwerkes Diözesanverband (DV) Münster zusammen. Seit mittlerweile 34 Jahren ist dieser Wallfahrtsnachmittag in Haltern am See ein fester Termin. Um den Glauben zu teilen, um ein starkes Zeichen als Gemeinschaft innerhalb des Kolpingwerkes zu setzen. Denn erst seit 50 Jahren ist eine Mitgliedschaft für Frauen möglich. Unter dem Leitwort „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ (Jer. 29.11) zur Gottesmutter Maria als Fürsprecherin hatte das Vorbereitungsteam mit Maria Upmann (Kolpingsfamilie Rodde), Cäcilia Tillmann (KF Epe), Barbara Domhöfer (KF Weseke), Magdalene Rösner (KF Epe) und Diözesanseelsorgerin Ursula Hüllen (Coesfeld) Texte und Lieder zu Meditation, Rosenkranzgebet und Abschlussmesse vorbereitet. Zwischendurch war Zeit, den idyllischen Kreuzweg zu gehen oder beim Picknick Frauen aus anderen Kolpingsfamilien wieder zu sehen. Die Kolpingsfamilie Haltern am See leistete tatkräftige organisatorische Unterstützung.

Sehr aufrüttelnd wurde der Abschluss-Gottesdienst mit Prälat Peter Kossen, Pfarrer der Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen in Lengerich. Im März 2017 hatte ihn das Kolpingwerk DV Münster mit ihrer höchsten Auszeichnung, der „Theodor-Kochmeyer-Plakette“, für sein kompromissloses Engagement für die Ausbeutung ausländischer Arbeitnehmer/-innen gewürdigt.

„Was ist uns gute Arbeit, was ist uns Gerechtigkeit wert?“

In seiner Predigt redete Peter Kossen Tacheles, um unermüdlich für diese menschenverachtenden Gegebenheiten mitten unter uns zu sensibilisieren. „In unserer Zeit scheint sich in der Arbeitswelt schleichend etwas wieder einzustellen, was in der ‚Sozialen Marktwirtschaft‘ längst als überwunden geglaubt wurde. Werkverträge und Leiharbeit werden in großem Stil missbraucht für Lohndumping und Ausbeutung in verschiedenen Branchen.“ Das System stützte sich vielfach ab auf das skrupellose Geschäft krimineller Subunternehmer. Deren Willkür und Gier seien die Werkvertrags- und Leiharbeiter schutzlos ausgeliefert. Es würden Umgehungsstrategien praktiziert, um den Mindestlohn auszuhöhlen. „Rechtsfreie Räume sind entstanden, Parallelwelten“, prangerte Kossen die „Subkulturen mitten unter uns“ an und macht sensibel für das eigene Einkaufsverhalten. „Was ist uns gute Arbeit, was uns Gerechtigkeit wert?“ Osteuropäische Werkvertragsarbeiter seien uns nicht bekannt, Arbeitskräfte ohne Gesicht, ohne Namen, eine große anonyme Gruppe. „Gott steht auf der Seite der Kleinen und Schwachen. Dann muss die Kirche, dann muss Kolping genau dort stehen!“

Wir können was tun!

Peter Kossen prangerte nicht nur die Missstände an, sondern gab den Kolpingern viele Ideen zum unmittelbaren Tätigwerden mit auf den Weg in ihre Gemeinden. Nur einige hiervon: Frauen, die als polnische Pflegekräfte in deutschen Haushalten arbeiten, mit Nachbarn, Kirchengemeinde oder Kolping-Frauengruppe in Kontakt bringen. Problematische Unterkünfte vor der eigenen Haustür bei der Kreisverwaltung melden. Als Kirchengemeinden, Verbände oder Kolping Netzwerker sein und einen „runden Tisch“ zur Arbeits-Migration organisieren.

„Kolping war kein weltfremder Spinner und wir sind es auch nicht. Es gibt sie: Die Alternativen zu Ungerechtigkeit und Rücksichtslosigkeit, und wir können sie mit Hilfe des Geistes Gottes finden und leben!“, appellierte Prälat Kossen kurz vor dem Pfingstfest. Die Kolping-Frauen haben verstanden. Das wurde in den Gesprächen auf den Bus-Heimfahrten nach dieser eindrücklichen Frauenwallfahrt klar.

Text und Fotos: Rita Kleinschneider

Maria Upmann (KF Rodde), Cäcilia Tillmann (KF Epe), Ursula Hüllen (Diözesanseelsorgerin), Prälat Peter Kossen, Barbara Domhöfer (KF Weseke), Magdalene Rösner (KF Epe)zoom
Bannerauszug nach dem Wallfahrtsgottesdienst.  V. li. Magdalene Rösner (KF Epe), Maria Upmann (KF Rodde), Ursula Hüllen (Diözesanseelsorgerin), Prälat Peter Kossen, Cäcilia Tillmann (KF Epe), Barbara Domhöfer (KF Weseke).zoom
Bannerauszug nach dem Wallfahrtsgottesdienst. V. li. Magdalene Rösner (KF Epe), Maria Upmann (KF Rodde), Ursula Hüllen (Diözesanseelsorgerin), Prälat Peter Kossen, Cäcilia Tillmann (KF Epe), Barbara Domhöfer (KF Weseke).
Kolpingfrauen auf dem Weg zum Annabergzoom
Kolpingfrauen auf dem Weg zum Annaberg
 
 

Anschrift

Kolpingwerk Diözesanverband Münster e.V.
Gerlever Weg 1
D-48653 Coesfeld

Kontakt

Telefon: 02541 / 803-01
Telefax: 02541 / 803-414
E-Mail: info@kolping-ms.de

Newsletteranmeldung

 
 
 
 
 

Unterstützen Sie uns.