17.05.2017

Kein Ausschluss bei Bedarf nach sozialpädagogisch begleitetem Wohnen

Kolpingwerk übt Kritik wegen geplanter Änderung des Paragrafen 13 im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz


„Wir bitten Sie, sich im anstehenden parlamentarischen Verfahren gegen eine Änderung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes auszusprechen. Der gesamtgesellschaftlich so wichtige und zunehmend dringlicher werdende Auftrag des Jugendwohnens ist in existenzieller Gefahr.“ Eindringlich ist der Appell, den Uwe Slüter, Geschäftsführer des Kolpingwerkes Diözesanverband Münster, in seinem Schreiben an alle Bundestagsabgeordneten im Diözesanverband richtet. Ein Jugendwohnheim mit bezahlbarem Wohnraum und pädagogischer Begleitung ermögliche eine Ausbildung auch fern der Heimat. Aufgrund der dringlichen Fachkräftesicherung sei dieses ein gutes Angebot der Mobilitätsunterstützung.

Ganz konkret sind von dieser Änderung in Deutschland 20.000 junge Menschen betroffen, nennt die in Düsseldorf ansässige Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) den Unterstützungsbedarf. Deren Initiative unterstützt auch das Kolpingwerk als Mitgliedsorganisation des BAG KJS.

Um was genau geht es?

Am 12. April 2017 wurde der Entwurf der Bundesregierung zur Reform des SGB VIII (Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen) vorgelegt. Dieser beinhaltet eine massive Veränderung des § 13.3 SGB VIII, der in keinem der bisherigen Referentenentwürfe nur ansatzweise erkennbar war. Der Änderungsvorschlag beschränkt im Vergleich zur bisherigen Regelung die Hilfen auf jene jungen Menschen, die Leistungen nach § 13 (2) erhalten.

Diese neue Regelung würde dann bedeuten, dass Schülerinnen und Schüler, Teilnehmende in Maßnahmen der Arbeitsagenturen und Jobcentern sowie minderjährige und junge volljährige Auszubildende mit Bedarf nach sozialpädagogisch begleitetem Wohnen von diesem Angebot ausgeschlossen wären.

„Der Kreis der Anspruchsberechtigten würde dadurch gravierend verkleinert und viele junge Azubis könnten dieses unterstützende Angebot der Jugendhilfe für eine gelingende Ausbildung nicht mehr nutzen“, erläutert Uwe Slüter die Konsequenzen. „Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung noch vor dem Ende ihrer Legislaturperiode im September eine Neuausrichtung der Reform auf den Weg bringt, das dem Namen ‚Jugendstärkungsgesetz‘ auch gerecht wird.“ Für den Start in das neue Ausbildungs- oder Schuljahr bräuchten sowohl die jungen Leute wie auch die Träger des Jugendwohnens Verbindlichkeit.

Rita Kleinschneider

Blaues Beispielbild

Gut zu wissen

Mechthild Koopmann (vorn li.) und (re.) Bernd Petersen, Alexander Ohm und Eberhardt Waldeck vom POCO Möbelmarkt Oldenburg freuen sich darüber, dass ihre gesponserte neue Küche bei den Bewohnern (li.) so gut ankommt.

Das Kolpingbildungswerk Land Oldenburg hatte gemeinsam mit dem Kolpingwerk Land Oldenburg und Kolpingwerk Diözesanverband Münster das erste „Kolping-Jugendwohnen“ in Niedersachsen auf den Weg gebracht.

Im komplett neu sanierten Wohnkomplex erhalten seit 1. August 2014 bis zu 49 junge Menschen eine Unterkunft, die zu moderaten Mietkonditionen gehobene Einzel- und Doppelzimmer vorsieht.

Das Kolpingwerk leistet damit einen entscheidenden Beitrag, um Betrieben, die jungen Menschen einen Ausbildungsplatz fern der Heimat anbieten möchten, entsprechenden Wohnraum vorhalten zu können.

Weitere Informationen unter www.jugendwohnen-oldenburg.de

 
 

Anschrift

Kolpingwerk Diözesanverband Münster e.V.
Gerlever Weg 1
D-48653 Coesfeld

Kontakt

Telefon: 02541 / 803-01
Telefax: 02541 / 803-414
E-Mail: info@kolping-ms.de

Newsletteranmeldung

 
 
 
 
 

Unterstützen Sie uns.