17.05.2017

Fluchtursachen müssen bekämpft werden!

Kolping-Bundesfachtagung in Coesfeld / Hautnahes Erleben in zwei Info-Trucks

Auf Einladung des Kolping-Bundesfachausschusses „Verantwortung für die Eine Welt“, des Kolping Netzwerkes für Geflüchtete und des Internationalen Kolpingwerkes fand dieses Jahr (13.5.) die Bundes-Fachtagung „Bekämpfung von Fluchtursachen" in Coesfeld in der Kolping-Bildungsstätte statt.

Parallel zur Tagung konnten die Teilnehmenden sowie die Bürgerinnen und Bürger aus Coesfeld und der Region den missio-Truck zum Thema Flucht sowie das Infomobil des Kolping-Netzwerks für Geflüchtete in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem Schulhof des St. Pius-Gymnasiums in Coesfeld, besuchen. Beide Trucks können auch während des Jahres für Veranstaltungen gebucht werden.

Die multimediale Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ ist in einem missio-LKW eingebaut. In sechs thematisch gestalteten Räumen erleben die Besucher anhand acht beispielhafter Biographien Fluchterfahrungen in Zentralafrika. In herausfordernden Situationen während der Flucht müssen sie eigene schicksalsrelevante Entscheidungen treffen.

Das Infomobil der Kolping Roadshow Integration hält für jede Altersgruppe konkrete Angebote bereit: Spiel- und Mitmachaktionen, Texttafeln, multimediale Elemente und Methoden zur Aneignung von Hintergrundwissen über Flucht, Migration und Integration. Es zeigt Beispiele aus der Arbeit mit Geflüchteten und erzählt von gelungener Integration.

Zur Bundes-Fachtagung "Bekämpfung von Fluchtursachen" waren 43 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet nach Coesfeld gereist. Sie informierten sich über die Situation von Geflüchteten und hinterfragten, warum Menschen ihre Heimat verlassen, alles hinter sich lassen und sich auf eine oft sehr gefährliche Flucht begeben. Hierfür standen zwei kompetente Referenten zur Verfügung.

Referent Dr. Benjamin Etzold vom Friedens- und Konfliktforschungszentrum BICC in Bonn belegte mit Zahlen, dass in Deutschland und der EU die aktuelle Zahl der aufgenommen Geflüchteten vergleichsweise gering ist. „Die Katastrophen finden woanders statt“, sagte er und verwies unter anderem auf Flüchtlingslager in Kenia und Jordanien, die hinsichtlich der dort lebenden Menschen die Ausmaße größerer Städte haben. Die meisten Geflüchteten fliehen in Nachbarländer, bei denen es sich oft auch um Entwicklungsländer handelt, die mit dem Zustrom so vieler Menschen oft völlig überfordert sind.

Referentin Dr. Eva-Maria Hertkens berichtete anschließend von der dramatischen Situation der Menschen im Ostkongo. Dort werden unter oft menschunwürdigen Bedingungen Mineralien, die sogenannten „seltenen Erden“, abgebaut, die als Rohstoffe für die Produktion von Handys und Smartphones benötigt werden. Menschen werden für diese Arbeit versklavt. Rebellen und Militär wenden extreme Gewalt an: Tötungen, Vergewaltigungen, Verstümmelung werden als Waffen eingesetzt. Davor fliehen traumatisierte Menschen in Nachbarländer wie Ruanda und Burundi.

In der anschließenden Diskussion erarbeiteten die Teilnehmenden, was Menschen in den Industrienationen, und ganz konkret auch hier in Deutschland, tun können, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Sie wollen ihre Ideen, Anregungen und Forderungen nun zu allen Ebenen des Kolpingwerkes und hier zu den Kolpingsfamilien tragen. Man will mitwirken, Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen um Menschen in ihren Heimatländern ein sicheres, friedliches Leben zu ermöglichen.

Köln, 15. Mai 2017
Georg Wahl / Rita Kleinschneider

der missio-Truck mit der multimedialen Ausstelleung "Menschen auf der Flucht"zoom
der missio-Truck mit der multimedialen Ausstelleung "Menschen auf der Flucht"
Mitmachaktionen und multimediale Elemente im Infomobil der Kolping Roadshow Integrationzoom
Mitmachaktionen und multimediale Elemente im Infomobil der Kolping Roadshow Integration
 
 

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